Hummeln

Ackerhummel (Bombus pascuorum)

Hummeln sind nicht nur besonders sympathische Insekten, sie besitzen noch dazu erstaunliche Fähigkeiten und nützliche Eigenschaften. In Deutschland gibt es 36 Arten der nestbauenden und sozialen Hummeln und darüber hinaus sozialparasitische Arten. Viele Hummelarten sind gefährdet und teilweise kaum noch anzutreffen; vor allem die Hummelarten, die sich auf spezielle ökologische Nischen beschränkt haben und nicht zu den Generalisten zählen, sind davon betroffen.

Anders als die Honigbiene

Anders als bei den Honigbienen überwintern einzig (und allein) Königinnen, die sich dann im Frühjahr auf die Suche nach einem geeigneten Nest machen. Je nach Art liegt dies unter- oder oberirdisch. Die Königin beginnt mit der Eiablage und zieht die ersten Arbeiterinnern des neuen Volkes selbst auf. Dafür sammelt sie Nektar und Pollen ein und übernimmt auch den Nestbau. Im späteren Verlauf übernehmen dies vornehmlich die Arbeiterinnern. Die Königin beteiligt sich aber gleichwohl weiterhin an den Arbeiten im Volk und beschränkt sich nicht auf die Eiablage allein. Je nach Art schwankt die Größe der Völker auf ihrem Höhepunkt zwischen 50 bis 600 Individuen.

Die Drohnen verlassen das Nest und ernähren sich selbst, während die Jungköniginnen regelmäßig zu ihrem Mutternest zurückkehren und sich auch nach ihren Hochzeitsflügen untereinander nicht bekämpfen.

Vielmehr nutzen sie die Gelegenheit im schützenden Mutternest, ein Fettpolster für ihre Überwinterung zuzulegen. Dazu verlassen sie eines Tages endgültig ihr Nest und graben sich meist an geschützter Stelle tief in die Erde ein, um im darauffolgenden Winter eine neue Kolonie zu gründen. Vorzugsweise kehren sie dazu dann in die Nähe ihrer alten Kinderstube zurück.

Von den vielen Hummelköniginnen schaffen es aber nur wenige und auch die Völker haben es schwer gegen zahllose Gefahren wie Ausmähen, Pflanzenschutzmittel, Verschütten, zunehmende Flächenversiegelung. Zusätzlich machen vielen Hummelvölkern sommerlicher Blütenmangel, Parasiten und sogar Freßfeinde wie Dachse und Füchse zu schaffen.

Wertvoller als die Honigbiene

Zur Honigernte eignen sich Hummeln nicht, doch sind ihre Bestäubungsleistungen so wichtig, dass für den Erwerbsanbau speziell Hummelvölker gezüchtet werden. Im Handel kostet ein Hummelvolk, das über weit weniger Individuen verfügt als ein Bienenvolk, dennoch gleichermaßen viel. Das liegt insbesondere daran, dass Hummeln auch Blüten befliegen, für die ein längerer Rüssel erforderlich ist als ihn die Honigbiene besitzt und dass ihre Bestäubungsleistung in Blüten pro Stunde weit höher ist. Darüber hinaus fliegen sie bei ungünstiger und kalter Witterung.

Auch wenn Hummeln besonders friedfertig sind, können sie in seltenen Fällen eine Bedrohung für den Menschen – oder weit häufiger selbst bedroht sein – etwa durch (Um-)Baumaßnahmen, sodass eine Umquartierung notwendig wird.

Dafür bedarf es einer Ausnahmegenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörden. Bei der Umquartierung eines gefährdeten Hummelnestes aus der Natur in einen vorbereiteten Hummelnistkasten sind dann eine Reihe von weiteren Dingen zu beachten. Soweit eine Umsiedlung erforderlich ist, übernehme ich gerne diese entsprechende Arbeit und biete den Völkern ebenso gerne eine neue Heimstatt.