Die dunkle Biene lässt einen nicht mehr los

Kerstin Gründel und Aimo Nurminen vor seinen Dunklen Honigbienen beim Sommersitz des finnischen Staatspräsidenten. Foto: Niels Gründel

Bereits seit wir 2012 zum ersten Mal auf einer Fachtagung über die Dunkle Biene in der Schweiz waren, sind wir von diesen Tieren fasziniert.

Die ursprünglich auch in Deutschland einheimische Rasse ist nicht nur schön, sondern leider auch vom Aussterben bedroht. Es gibt noch Flecken in Europa, an denen man sie findet, so zum Beispiel in der Schweiz, in Frankreich, in Irland, in Großbritanien, in den Niederlanden, in Norwegen, in Schweden und eben auch in Finnland. Der finnische Imkerverband richtete nun das alle zwei Jahre stattfindende Treffen der SICAMM aus.

Und sie haben das toll gemacht, die Finnen. Sie haben in den Räumlichkeiten einer Landwirtschaftsfachhochschule eine dreitäge Fachtagung mit hochkarätigen Wissenschaftlern, jungen Forschern, erfahrenen Hobbyimkern, leidenschaftlichen Enthusiasten und Querdenkern auf die Beine gestellt. Es gab erneut viel zu lernen, viel zu diskutieren und noch mehr nachzudenken.

Natürlich wurden wir auch in diesem Jahr angesprochen, wann wir denn nun endlich der Dunklen Biene eine Heimat geben würden. Wir würden gern. Aber eine Nachzucht ist an unserem Standort unmöglich. Dank der freundlichen Angebote aus Belgien, den Niederlanden und Süddeutschland könnten wir versuchen, Jungköniginnen dort auf so genannten Belegstellen begatten zu lassen. Aber wir müssten die Königinnen und ihre Begleitbienen über viele Kilometer hin- und rücktransportieren und die hierfür erforderlichen Gesundheitszeugnisse ausstellen lassen. Noch immer sind wir nicht sicher, ob es nicht klüger ist die Bienen zunächst dort zu schützen, wo es sie noch oder wieder gibt – als sie hier aufwändig wieder anzusiedeln. Andererseits sind die Menschen eher geneigt, Tiere und Pflanzen zu schützen, die sie kennen und da wir auch in der Öffentlichkeitsarbeit tätig sind, wäre es schon toll, diese hier einzig einheimische Honigbiene zeigen zu können.

Wie dem auch sei, es war wundervoll erneut viele Gleichgesinnte aus ganz Europa zu treffen und mit ihnen über die Zukunft der Dunklen Biene zu sprechen. Im Anschluss an die Fachtagung haben die Finnen ein tolles Ausflugsprogramm organisiert, dass uns unter anderem zur finnischen Belegstation auf der Insel Pakinainen führte. Ein weiterer Besuch galt dem Sommersitz des finnischen Staatspräsidenten. Dort wird die Dunkle Biene von Aimo Nurminen für den Staatspräsidenten gehalten. Staatsgäste bekommen in Finnland also Honig der Dunklen Biene als Präsent, mehr wollte der schweigsame Finne nicht verraten.